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Letzte Änderung 20.09.2006

Europa-Reise nach Zypern

Zypern, eines der zehn neuen EU-Mitgliedsländer, war Reiseziel der diesjährigen Europa-Reise des Kreisverbandes Plön der Europa-Union Deutschland, terminlich orientiert am zweiten Jahrestag des EU-Beitritts der betreffenden Staaten am 1. Mai 2004.

Wie stets bei diesen Reisen der Europa-Union waren wir auch diesmal daran interessiert, im Gespräch mit Repräsentanten aus Politik und/oder Wirtschaft uns vor Ort ein möglichst realitätsnahes Bild bezüglich der politisch-ökonomischen Situation des Landes, der regionalspezifischen Interessenlagen und der sich abzeichnenden Wandlungsprozesse in Umsetzung der EU-Akte zu machen und so einen Beitrag zu Information und Meinungsaustausch im Rahmen eines erweiterten Europa zu leisten. Angesichts des ungelösten Zypernproblems, das als Thema die Außen- und Europapolitik der Republik Zypern bestimmt, war ein solches Gesprächskonzept, soweit es die Wahl der dazu erforderlichen Gesprächspartner betrifft, nur unter Berücksichtigung der (nach dem auf griechisch-zyprischer Seite negativ entschiedenen Referendum zur Wiedervereinigung Zyperns im Vorfeld des EU-Beitritts) fortbestehenden Teilung der Insel in die Republik Zypern und den türkisch-zyprischen Norden mit den daran geknüpften politischen Gegensätzen und wirtschaftlichen Interessenkonflikten umzusetzen.

Entsprechend waren wir daran interessiert, mit offiziellen Vertretern beider Seiten, also auch der türkisch-zyprischen Volksgruppe, zu sprechen, ein Ansinnen, das die Agentur unseres Reise- veranstalters vor Ort als unrealisierbar abwies. Tatsächlich ist es uns gelungen, die gewünschten Informationsgespräche zu führen - mit Unterstützung durch die deutsche Botschaft sowie den Vorsitzenden des Deutsch-Zyprischen Forums, Eckart Kuhlwein, der uns nicht nur als Referent für die Vorbereitung der Reise zur Verfügung stand, sondern darüber hinaus seine Kontakte zu Funktionsträgern in ganz Zypern für uns einsetzte.

Im Ergebnis umfasste das politische Gesprächsprogramm dann einen Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters, Dr. Rolf Kaiser, der uns in Einzelaspekten Einblick in den diplomatischen Alltag auf der geteilten Insel gewährte. Ihm schloss sich im Außenministerium ein ausführliches Informationsgespräch mit der zuständigen Referentin für Europa-Fragen an, die die Haltung ihrer Regierung gegenüber einer Wiedervereinigung Zyperns zu den Bedingungen des Annan-Plans erläuterte und Stellung zu konkreten Konfliktlinien in den Beziehungen beider Volksgruppen nahm. Die Position des türkisch-zyprischen Nordens einschließlich der politisch-ökonomischen Zielperspektiven einer „Vereinten Republik Zypern” mit rechtlicher Einbindung beider Volksgruppen in die EU vermittelte am Nachmittag im Goethe-Zentrum in der Pufferzone von Nikosia Özdil Nami, Parteifreund von „Präsident” Mehmet Ali Talat und als Vertreter der türkischen Zyprier Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Als Dolmetscher assistierte Dr. Jan Asmussen, Kieler Gastdozent an der türkisch-zyprischen Universität Famagusta, mit dem der Tag im nördlichen Teil Nikosias ausklang. Bleibt anzumerken, dass wir die touristische Erkundung von Zypern ebenfalls auf den Norden der Insel ausgedehnt haben, was nach Öffnung der „Green Line” 2003 möglich ist.

Dr. Ilse Dygutsch-Lorenz